Das Naturschutzgebiet (NSG) „Geigelstein" befindet sich auf bayrischem Boden in den Chiemgauer Alpen. Wegen geplanter Skischaukel u. Bergbahnen auf den Gipfel sowie zum Schutz für viele vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Tiere wurde 1975 eine Bürgerinitiative gebildet. Deren Ziel war es, das Geigelsteingebiet unter Naturschutz zu stellen, d.h. den Seilbahnbau zu verhindern.
1991 wurde das Gebiet zum Naturschutzgebiet erklärt; somit konnte der Artenreichtum an Bergblumen (ca. 720 Farn- und Blütenpflanzenarten, davon 111 geschützte) erhalten werden. Der Name Blumenberg des Chiemgaus ist für den 1813 m hohen Geigelstein absolut gerechtfertigt, denn hier finden wir noch zahlreiche Pflanzenarten, die wir woanders vergeblich suchen. Aus Gründen des Artenschutzes wird auf genaue Ortsangaben von bestimmten Pflanzenarten verzichtet.
Das NSG „Geigelstein" hat eine Größe von 3135 Hektar und liegt z.T. im LandkreisRosenheim mit der Gemeinde Aschau, sowie Landkreis Traunstein mit der Gemeinde Schleching. Die für das Gebiet charakteristische, herkömmlichen Almwirtschaft soll im bisherigen Umfang auf Lichtweideflächen fortgesetzt und gefördert werden mit dem Ziel, Verbuschung nicht zuzulassen, sondern die Vielfalt an Pflanzen und Tieren zu erhalten. Im § 4 der Verordnung über das NSG „Geigelstein" vom 06.05.1991 sind die Verhaltensregeln aufgezeigt.
In Naturschutzgebieten stehen Flora und Fauna generell unter Schutz, Arten dürfen weder entnommen noch zugesetzt werden.
In den Jahren 2006 u. 2007 sind durch unsere Sektion unter tatkräftiger Mithilfe vieler Behörden u. Einrichtungen Wegesanierungen u. Renaturierungsmaßnahmen an erodierten Wegetrassen ausgeführt worden. Der Weg durch die Gipfelmulde wurde aufgelassen. Jugendgruppen haben Patenschaften für gefährdete Wegeabschnitte übernommen.
Spezielle Sportarten wie Mountainbiken, Gleitschirmfliegen sowie Ski- und Schneeschuhtouren sind unter Berücksichtigung der sensiblen Natur nur stark eingeschränkt erlaubt (z.B. örtliches Betretungsverbot in Brutzeiten).
In diesem Zusammenhang ist die Gruppe der Rauhfußhühner, das sind: Hasel-, Birk-,Auer- sowie Alpenschneehühner, besonders im Winter gefährdet. Deshalb Beachtung der erlaubten Routen, Schonzeiten, Wildschutzgebiet, Wald-Wild-Schongebiet (in den neuen Alpenvereinskarten eingezeichnet).
In den Berg-Lebensräumen finden wir Greifvögel wie Steinadler: im Jahr 2000 1 Revierpaar im Randbereich der Gemeinde Aschau, 1 Revierpaar im Geigelsteingebiet, 1 Revierpaar im Hochriesgebiet; Wanderfalken: 10 Paare im Chiemgau; regelmäßig besetzte Brutplätze z.B. im Kampenwandmassiv.
Martin Schmölling (Naturschutzreferent) |